DAS INNERE EXISTIERT NICHT, ES IST EINE WERTVOLLE ILLUSION, ERSCHAFFEN DAMIT LIEBE ENTSTEHT. Vom Äusseren verursachte Reflexionen an einem Sonntag Nachmittag in Buenos Aires, Argentinien.

LIEBE, WAHRHEIT, FREIHEIT UND VERTRAUEN ARBEITEN AUF WUNDERSAME WEISE.

Es ist für uns Menschen wirklich bedeutungsvoll, dass diese edlen Gefühle entstehen und uns den Sinn und den Wert des Lebens wiederfinden lassen. Aber was muss man machen, damit dies geschieht?

Jedes Mal, wenn wir uns diese Frage stellen, entsteht ein unvermeidlicher Suchmechanismus im Äusseren. Das ist das Problem, weshalb keine Methode funktionieren kann. Denn wenn man sich irgendein Bedürfnis als Ziel setzt, schauen wir draussen nach dem Werkzeug, dem Lehrer, der Technik oder der Methode, die das gewünschte Ergebnis erzielt.

Was wir Menschen am meisten brauchen steht sehr wahrscheinlich im Zusammenhang mit einer echten Neugeburt und dies kann auf viele Arten definiert werden: Die Hoffnung wiedererlangen, wieder fühlen, das Herz wieder öffnen, sich mit dem Leben versöhnen, sich für die Liebe öffnen, die Seele heilen, Akzeptanz für unsere Mitmenschen, die Vergangenheit hinter sich lassen, die innere Weisheit wiedergewinnen, den Kontakt mit unserer Essenz wiederherstellen oder die verlorene Unschuld wiederfinden. Im Grunde genommen, bedeutet es die Vorstellung von dem, was wir sind, verändern zu wollen. Es bedeutet, die ursprüngliche Erinnerung daran wie wir in die Welt gekommen sind, wiederzugewinnen. Eine solche Neugeburt erleben zu können ist etwas Kostbares, es ist ein wahrhaftiges Wunder, das geschieht, wenn wir uns stark in uns selbst vertiefen.

Keine Methode kann in Bezug auf die Befriedigung dieser lebenswichtigen Bedürfnisse funktionieren oder es schaffen in unserem Leben diejenigen Werte zu aktivieren und zu verwurzeln, die unserer Existenz so viel Sinn geben. Denn dies kann nur durch die einsame Vertiefung in sich selbst erreicht werden. Es ist eine gigantische Reise, ein schmerzhafter Kreuzzug, eine Nachforschung, die uns herausfordert und uns mit Angst, vor dem was wir fühlen und entdecken werden, erfüllt. Aber ich finde keine andere Lösung, ich habe jahrzehntelang alles ausprobiert und das Einzige, was es mir erlaubt hat, mein Inneres zu erobern, ist meine Entscheidung, mich in mich selbst zu vertiefen und dies ausgehend von meinem eigenen Bewusstsein und mit einem offenen Herzen zu tun.

Aus diesem Grund habe ich eine neue Art und Weise geschaffen, den Geist zu öffnen, so dass ein neues Bewusstsein entsteht, was dem Herz ermöglicht sich zu öffnen, um auf neue Weise zu lieben. Ein zentraler Aspekt dieser Methode ist eine originale Sicht in Bezug auf die momentane Situation in der ein grosser Teil der Menschheit lebt. Dies hat ausgelöst, dass tausende von Personen vieler verschiedener Nationalitäten, sich für das Verständnis sehr komplexer Themen der menschlichen Existenz öffnen, um diese Methode als Leitfaden und Unterstützung für ihre Prozesse der Selbstfindung und persönlichen Entwicklung zu benutzen.

DIE ILLUSION DES INNEREN

Alles kommt von draussen. Das Innere ist ein Schutzraum, für alles, was vom Äusseren, von den Anderen und von Geschehnissen aufgenommen wird. Nach der Verarbeitung im Inneren durch einen Introjektionsprozess, wird es wieder nach aussen abgegeben und so an andere weitergegeben. Daher ist das Innere ein Durchgangsort des Äusseren. Ein Raum der Transformation. Das Innere ist das Äussere, das einen inneren Prozess durchlaufen hat. Durch diesen inneren Prozess kann vieles geschehen, Dinge können verstärkt oder annulliert, unterdrückt oder verfeinert, verdreht oder eliminiert, minimiert oder maximiert werden. Dies sind Optionen, die mehr oder weniger unbewusst entschieden werden, manchmal als Ausgleich, Rache, Rebellion oder aufgrund eines einfachen Automatismus. Wenn ich schlecht behandelt wurde, kann ich mich entscheiden andere als Ausgleich gut zu behandeln. Ich kann mich entscheiden andere zu misshandeln, um mich zu rächen. Ich kann mich entscheiden, andere nicht schlecht zu behandeln, um entgegen dem, was mir widerfahren ist zu handeln. Oder ich kann keine Wahl treffen und einfach das, was ich gelernt und erlebt habe auf die gleiche Weise wiederholen. In all diesen Fällen würde ich es weitergeben. Wenn etwas von aussen kommt, muss es aussen enden. Was gibst du in deinem Leben durch deine Verhaltensweisen und Lebensart weiter?

Die stärkste und tiefgreifendste Prägung, die wir von aussen bekommen, ist Ablehnung. Daher wird jeder, der zu einem gewissen Grad abgelehnt wurde, eine natürliche Veranlagung haben, die Ablehnung nach aussen weiterzugeben. Dies ist logisch und normal, aber es ist nicht die einzige Option. Die Heilung ist eine andere Option, eine aufwühlende Möglichkeit das tragische Schicksal, die gleiche Geschichte aus der Vergangenheit zu wiederholen, zu ändern. Vernachlässigung, Missbrauch, Verrat, Verurteilung, Demütigung, Verachtung, Annullierung, Verlust…  dies sind verschiedene Arten der Ablehnung, aber sie werden in der Gegenwart und in der Zukunft verewigt, wenn sie nicht innerlich ausgehend vom Verständnis umgewandelt werden.

Wenn ein Mensch sagt, dass etwas Äusseres, ihm die Antwort gegeben hat, dass es sein Problem gelöst oder irgendein Trauma geheilt hat, gibt er unbewusst dem Werkzeug, der Technik, dem Lehrer oder der Umwelt die ganze Macht. Aber er vergisst dabei, dass alles was einer Person widerfährt der Widerstandslosigkeit, Offenheit und Hingabe dieser Person in Bezug auf das, was geschieht zu verdanken ist. Dass man nicht nur danach sucht, sondern sich komplett hingibt, um es zu finden. Hingabe ist eine innere Entscheidung, welche die Pforten zum Erwachen des Bewusstseins öffnet. Der Grund jeder Transformation ist, dass man erlaubt, dass sie geschieht.

Die Herangehensweise an dieses Thema ist in der Schule für Bewusstsein von zentraler Bedeutung: Der Konflikt entsteht draussen und wächst im Inneren, die Lösung wird im Inneren geboren und wächst draussen. Das menschliche Problem kommt von aussen, aber die Lösung entsteht im Inneren, wenn wir uns dem Äusseren und den Anderen öffnen.

Wie können wir erreichen, dass Liebe, Wahrheit und Vertrauen in uns entsteht, wenn wir diese Erfahrungen nie gemacht haben? Wie kann ich mich selbst lieben und mir vertrauen, wenn ich nie geliebt worden bin und mir nie vertraut wurde? Wie kann ich Autorität haben, wenn ich es im Äusseren nie erlebt habe?

Durch die Formulierung dieser Fragen und der Entwicklung dieser Konzepte ist es möglich, dass man sich bereits in dieses Thema vertieft, aber das garantiert nicht, dass man sein Inneres erreicht. Wir wagen es normalerweise überallhin vorzudringen, aber wir erreichen unser Inneres nicht, weil wir es ausgehend vom Verstand zu erreichen versuchen und nicht ausgehend vom Herzen. Solange wir es nicht mit bedingungsloser Hingabe tun, bleiben wir ausserhalb von uns selbst und werden nirgendwo vollkommen eintreten können, geschweige denn irgendein Verständnis erlangen.

An der Schule für Bewusstsein führen wir umfassende Prozesse durch, so dass das behandelte Thema durch die Erweiterung des Bewusstseins und die Öffnung des Herzens tief in uns eindringt. So dass wir uns plötzlich und fast ohne es zu bemerken im Ozean des Verstehens befinden. Zu diesem Zeitpunkt werden wir drinnen sein, aber nicht für immer, denn das Innere ist nichts mehr als ein Durchreiseort, ein Raum der Umwandlung.

Das Bewusstsein ist draussen und drinnen und es ist auch die Grenze zwischen beiden Universen. Es ist eine expansive Linie, die von innen nach aussen reist, die drei Räume sind: Das Innere, die Grenze und das Äussere. Aber jeder dieser Räume des Bewusstseins hat eine andere Funktion oder einen anderen Zweck, die den Ort und die Position stetig wechseln, um neue Realitäten zu schaffen. Zum Beispiel: Das Äussere dringt in das Innere ein und schafft eine Grenze, eine Membran, die es zurückhält. Diese Grenze fordert das Innere heraus, sich weiterzuentwickeln, um nach draussen zu gelangen und diese Grenze zu überschreiten, um zu erblühen. Durch diesen Prozess erweitert sich das Innere. Das Äussere durchbricht die innere Grenze, durch die wir gefangen sind. Es dringt ein und erobert unsere Seele, damit wir wieder fühlen. Wenn wir dies zulassen, erreichen wir dadurch eine grössere Aufnahmefähigkeit und öffnen uns so dem Licht des Bewusstseins und diese Grenze verschiebt sich. Es ist ein Spiel des Austausches zwischen dem Äusseren und dem Inneren, inmitten der herausfordernden Grenzlinie. Deshalb sage ich, dass Einschränkungen und Konditionierungen auch zum Bewusstsein gehören.

Gestern habe ich in einer Bar in der Calle Florida in Buenos Aires mit  Paula und Lorena, zwei Freundinnen, gegessen. Beide arbeiten mit mir zusammen. Wir haben darüber gesprochen, wie man dieses tiefgreifende Konzept in der Praxis umsetzen kann. Und wir hatten den Mut, uns zu fragen, wie wäre dein Leben, wenn du weniger sprechen würdest und es wagen würdest mehr zu akzeptieren? Wie wäre dein Leben, wenn du weniger denken und mehr fühlen würdest? Weniger zu sprechen oder zu denken bedeutet sich eine Grenze zu setzen, es ist wie das Erschaffen einer Reflexionsmembran. Das Äussere zu akzeptieren und zu fühlen bedeutet Grenzen zu durchbrechen, die uns nicht erlauben, uns mit vielen Dingen und Menschen zu verbinden. Kurz gesagt ist die Evolution ein Spiel der Schöpfung, Zerstörung und Veränderung von Grenzen und die Veränderung der Grenzen unseres Bewusstseins ist ausschlaggebend für die neue Fähigkeit, das innere Universum zu erforschen, um dann dann nach draussen zu gehen. EINE WUNDERBARE ERFAHRUNG. Ein Kollege im Gefängnis, der viele Male in und aus dem Gefängnis war, sagte eines Tages zu mir: «Die Erfahrung in die Freiheit entlassen zu werden ist so von Freude und Glücklichsein erfüllt, dass ich mich bereits darauf freue wieder ins Gefängnis zurückzukehren».

Lorena war vor ein paar Tagen in Mar Del Plata verhaftet worden, weil sie mit schamanischen Heilmitteln gearbeitet hatte. Sie verbrachte einen Tag und eine Nacht eingesperrt im Kerker, was ihrer Freiheit eine grosse Grenze setzte, aber als sie das Gefängnis verliess, bot sich ihr die Möglichkeit. Grenzen zu zerbrechen, die sie gefangen hielten. Sie muss nicht in einen Kerker zurückkehren, aber diese Erfahrung nutzen, um sich in sich selbst zu vertiefen. Dies ist das schöne Spiel des Eintretens und Verlassens, das Spiel das Äussere in uns eindringen zu lassen und es zu wagen wieder herauszugehen und unsere Essenz und Liebe mit allen und allem zu teilen.

Jede Blume tut das, sie verströmt ihren Duft, zeigt ihre Schönheit, obwohl sie es sich nicht zum Ziel setzt, dass jemand an ihr riecht oder sie anschaut. Denn alle Dinge der Natur sind geprägt von dieser meisterhaften Haltung ohne Ziel nach aussen zu gehen. Herauszugehen ist die wunderbarste Reise in Richtung Unendlichkeit, aber bitte wage es zuerst dort hineinzugehen, wo du selbst bist. Wenn du dich findest und bestätigen kannst, dass du nicht das bist, was du zu sein glaubtest, wirst du erkennen, dass die einzige Vorstellung, die dich daran hinderte herauszugehen und deine Schönheit zu teilen, die falsche Vorstellung war, von dem was du bist.

Wenn wir uns gut in uns selbst vertiefen, können all die vielen Lügen und Selbsttäuschungen überwinden, so dass wir eines Tages der Wahrheit gegenüberstehen, “dass es nichts gibt” und dass alles, was wir glaubten eine Illusion ist. Dies ist der Zeitpunkt, an den wir beginnen zu blühen. Das Samenkorn explodiert und lässt der Freiheit des Seins freien Lauf. Wenn das passiert, gibt es kein Zurück, weil wir der Freiheit nicht entkommen können, wir können nur der Sklaverei entfliehen. Die Freiheit ist das Endziel.

Ich bin in einem Hotel in Buenos Aires, ich bin schon seit vielen Stunden allein, vertieft in mich selbst, im Bett und nur am Beobachten. Plötzlich bin ich aufgestanden, als hätte mich eine Sprungfeder hochgestossen und habe angefangen, diesen Sonntagnachmittagstext zu schreiben. Ich bin für einen Moment aus mir herausgekommen, um zu schreiben und jetzt gehe ich ins Bett zurück, um eine Sprachnachricht zu hören, die mir Ornela, eine andere Freundin, gerade geschickt hat. Ich will mich wieder in mich selbst vertiefen, denn es ist die einzige Garantie dafür, dass ich zu einem anderen Zeitpunkt wieder herausgehen kann. In Wirklichkeit bin ich nie drinnen, sondern immer am Herausgehen, um das zu Teilen was ich in meinem Inneren entdecke. Denn ich habe verstanden, dass das Innere nicht existiert, dass es nur ein leerer Raum ist. Es ist das Labor der Schöpfung, um die Lüge von dem was wir zu sein glauben  zu erschaffen und um diese dann aufzulösen und zu erlauben, dass etwas Neues und Erstaunliches entsteht und herausgeht. Das ist die Neugeburt, von der ich am Anfang gesprochen habe, eine erneute Geburt, ein Auferstehen aus dem Nichts, denn im Inneren hat es nichts, das Innere ist nur ein Durchgangsort des Bewusstseins, um sich selbst in Liebe zu verwandeln.

Alberto José Varela

[email protected]

www.albertojosevarela.com

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